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Presse

VW-Ski-Golf-Masters 2014
Ski-Golf – die überraschende Symbiose

Die einen spielen exzellent Golf, die anderen fahren großartig Ski. Wer beides kann, der bringt die richtigen Voraus-setzungen für die Ski-Golf-Masters mit. Eine Veranstaltung, bei der jeder Teilnehmer beweisen muss, dass er ein konkurrenzfähiger Allround-Sportler ist. Bereits zum zweiten Mal fand der Wettbewerb statt, dieses Jahr am Wochenende vom 25. April bis 27. April. Mit dem Turnier will man aufmerksam machen auf die Sportarten. Nur 35 Teilnehmer zählte das Feld dieses Jahr, gut die Hälfte der Ski-Golfer von 2013. Wie öffentlichkeitswirksam war der Event? Wie viel Öffentlichkeit brauchen die beiden Sportarten überhaupt. Das wollten die Sportjournalismus-Studenten Christian Gruber und Ricardo Vizcaino wissen. Klaus Rambach, Geschäftsführer des Bayerischen Skiverbandes, und Michael Then, Wettspielleiter des Bayerischen Golfverbandes, haben es ihnen gesagt.


VW-Ski-Golf-Masters 2014
Vorjahressieger Sprinz: Hauptsache den Bruder geschlagen ...

Wolfratshausen – Im vergangenen Jahr dominierten die Gebrüder Sprinz vom GC Feldafing das Ski-Golf-Masters. Camillo siegte deutlich, Bruder Carlo wurde Dritter. Klar also, dass beide in diesem Jahr mit dem Ziel ins Rennen gingen, den Titel in der Familie zu behalten. Diese Mission scheiterte – Sebastian Rieger vom Münchener Golfclub stahl dem Duo die Show und schnappte sich den Titel. Vorjahressieger Camillo Sprinz wurde zweiter, Carlo landete erneut auf Rang drei. Markus Ehrlich wollte von den Brüdern wissen, wie es ist, sich als Familie auf dem Golfplatz zu messen.


Was halten Sie den vom Golfen, Herr Rambach? Und wie denken Sie über das Skifahren, Herr Then?
Klaus Rambach:
Ich binbegeisterter Golfer, allerdings mit ganz wenig Zeit. Es ist wirklich faszinierend, als Skifahrer zu sehen, wie so ein Golfball – bei mir inzwischen – 170, 180 Meter weit rausfliegt, wenn man ihn schön trifft.
Michael Then:
Ich binbegeisterter Nicht-Skifahrer – aber sehr interessiert an der Sportart. Egal, ob das Biathlon oder Alpin ist, es ist schön im Fernsehen anzuschauen und ich bewundere das.

Wie kam es zu der Idee, diese beiden Sportarten in den Ski-Golf-Masters zu verbinden?
KR:
Es gibt ja schon Weltmeisterschaften in dem Bereich. Man hat also schon ein Vorbild. Wir als Skiverband veranstalten im Sommer schon so eine Art Charity-Golfturnier, weil viele Skifahrer eben auch Golf spielen. Dann haben wir uns gedacht, man könnte auch Skifahren und Golf miteinander verbinden. Wir sind auf den Golfverband zugegangen – und dort war man gleich bereit mitzumachen.

Also kam die Initiative vom Skiverband?
KR:
Das hat auf Gegenseitigkeit beruht.
MT: Den letzten Anstoß gab ein Ehrenamtler, der für beide Verbände tätig ist.

Das Turnier ist als Spaßveranstaltung gedacht oder als sportlich-ehrgeiziger Wettkampf?
KR:
Es steht schon der Wettkampf im Vordergrund. Wie hoch der sportliche Wert ist, sieht man an Markus Anwander, Cheftrainer im Deutschen Skiverband. Er  ist Chef des Riesenslaloms auf der Zugspitze.
MT: Auch ich sehe es als vollwertiges Turnier mit zum Teil sehr, sehr guten Golfern – sogar mit Plus-Handicaps, das ist deutsche Spitze. Man muss sich nur Sebastian Rieger anschauen: Er ist ein ehemaliger Skikader-Athlet und gleichzeitig herausragender Golfspieler, hat vier unter Par gespielt.

Deshalb hat er wohl gewonnen. Man muss also schon beide Sportarten sehr gut beherrschen, um sich durchzusetzen?
KR:
Ja. Auch die Damensiegerin Karolina Haferkorn vom Golf Club Bad Tölz und der Senioren-Sieger Othmar Osenstätter bewiesen in beiden Disziplinen ihre Stärke.

Sie machen einen zufriedenen Eindruck.
MT:
Das Turnier verlief reibungslos. Auch dank der Sponsoren und Helfer.
KR: Wir sind voll zufrieden. Die Teilnehmer hatten tolle Bedingungen auf der Zugspitze und einen perfekten Golfplatz in Wolfratshausen – trotz Regen.

Aber es blieben dennoch viele Anmeldungen aus. Letztes Jahr waren es 70 Teilnehmer und damit noch doppelt so viele wie in diesem Jahr.

MT:
Ich glaube im Nachhinein, dass der Termin vielleicht ungünstig war. Viele hatten mit dem Winter und dem  Skifahren schon abgeschlossen. Wir spielen seit acht Wochen Golf.
KR: Der Termin muss aber immer zu dieser Jahreszeit sein, so dass man in den höheren Skigebieten noch Skifahren und trotzdem schon in Alpennähe auf einen Golfplatz gehen kann. Wir hatten ja auch schon die Idee, das Skirennen im Februar und das Golfturnier im Juni stattfinden zu lassen. Das bringt aber nichts, die beiden Teile gehören zusammen.
MT: Wir werden auch schon in den nächsten Wochen mit der Organisation für das kommende Jahr beginnen und in Kürze Datum und Austragungsorte veröffentlichen, um 2015 ein größeres Teilnehmerfeld zu bekommen.

Wie ist der Meinungsaustausch, wenn sich Organisatoren aus Golf- und Skisport gegenübersitzen?

MT:
Wir sitzen sehr entspannt nebeneinander. Das macht wirklich Spaß, da fließt kein böses Blut. Klar: Man muss sich erst mal kennenlernen. Ich wäre nicht abgeneigt die Zusammenarbeit noch auszubauen.
KR: Absolut. Also passt gut.

Wie laufen diese Vorbereitungen?
KR:
Intensiv, weil man sich abstimmen muss. Das Hotel ist abzusprechen, der bayerische Abend, Siegerpreise, alles drum herum.

Der Aufwand soll sich natürlich lohnen. Sind denn aufgrund der Ski-Golf-Masters die Mitgliederzahlen gestiegen?
KR:
Das ist schwer messbar. Für diesen Zweck haben wir auch nicht diese Veranstaltung. Aber wir kriegen Aufmerksamkeit, denn der Event ist einfach etwas Besonderes, die Presse berichtet darüber.

Sie wollen aber schon das Interesse an der Sportart steigern?
KR:
Klar, darum sitzen wir ja hier, tagtäglich. Die Frage ist: Was können wir tun, damit wir Wintersport und Golfsport attraktiv nach außen transportieren?

Die Mitgliederzahlen des Skiverbandes sinken, während die des Golfverbandes steigen.
KR:
Ja, bei uns gibt es marginale Rückgänge. Die letzten Jahre geht es immer mal zwei Prozent hoch und zwei Prozent runter. Wir sind bei ungefähr 277.000 Mitgliedern. Wir versuchen, Kinder zum Wintersport zu bringen und dann letztendlich zum Skisport. Dafür machen wir verschiedene Aktionen.

Ist es im Golf schwieriger, Mitglieder zu generieren? Das Image ist noch immer elitär.
MT:
Natürlich. Das ist ein Grundproblem der Sportart. Wobei das auch positiv sein kann, weil Golf dadurch etwas Begehrliches bekommt. Klar allerdings, dass man sich mit so einem Image bestimmte Zielgruppen vergrault. Wir wollen von diesem Image sicher nicht leben.

Also: Wie wird man diesen Ruf los?
MT:
Das Schwierige ist es, die Leute auf den Golfplatz zu locken. Wenn sie mal da sind und angefangen haben, dann hören sie normalerweise nicht mehr so schnell auf. Wir haben zum Beispiel ein relativ starkes und auch finanziell gut aufgestelltes Schulgolfprogramm: Wir gehen in Ganztagesschulen, mit Golftrainer und Golfschlägern, so dass Kinder im Schulalter schon den ersten Kontakt mit Golf bekommen.

Trotz der angestrebten Neuorientierung des Golfsports findet man in den Publikationen des BGV immer noch teure Anzeigenpartner. Stärkt man damit nicht das elitäre Image.
MT:
Das natürlich. Aber ich sag mal so: Man ist auf Sponsorengelder angewiesen. Und: Bestimmte Firmen suchen bestimmte Zielgruppen– die sie manchmal eben auch im Golf finden.

Wie wichtig sind Identifikationsfiguren, Stars wie Felix Neureuther?
KR:
Wir brauchen solche Leitfiguren. Um vor Sponsoren aufzutreten. Aber auch, um zu zeigen, dass man in solchen Sportarten richtig erfolgreich sein kann.

Und braucht man im Golfsport Stars wie Martin Kaymer oder Bernhard Langer? Können sie die Jugend für diese Sportart interessiert?
MT:
Unbedingt. Eine Sportart wird populär, wenn Erfolge kommen. Wenn wir es schaffen, drei oder vier Leute in die Weltspitze zu bringen, würde uns das enorm helfen. Wichtig ist auch, dass die Sportart weitere Mitglieder gewinnt, um das Ansehen in der Bevölkerung zu steigern.

Die Ski-Golf-Masters sollen da ihren Beitrag leisten.
MT:
Auf jeden Fall!
KR: Das Sponsoreninteresse ist sehr groß. Für nächstes Jahr werden wir bereits im Sommer die Werbetrommel rühren, damit wir mit einem größeren Starterfeld aufwarten können.


Camillo, letztes Jahr waren Sie klarer Sieger, jetzt nur auf Platz zwei. Woran lag’s?
Camillo Sprinz: Gute Frage! In diesem Jahr war kein überragender Skifahrer dabei. Deswegen lag das Feld nach dem ersten Tag so dicht beieinander, dass alles vom Golfen abhing. Ich habe heute nicht mein bestes Golf gespielt und muss zugeben, dass Sebastian Rieger der verdiente Sieger ist. Er hat mit vier unter Par einfach eine Wahnsinns-Runde hingelegt.

Enttäuscht, dass Sie den Titel nicht verteidigen konnten?
Camillo Sprinz:
Auf der Runde war ich schon verärgert, aber jetzt ist die Wut verraucht. Hier soll der Spaß im Vordergrund stehen – den hatten wir auf jeden Fall. Und: Immerhin habe ich Carlo geschlagen!

Allerdings knapp ...
Carlo Sprinz: Im Skifahren war ich besser!
Camillo Sprinz: Aber nur um eine Hundertstel!

Wer ist denn jetzt der bessere Ski-Golfer?
Beide:
Ich!
Carlo Sprinz: Im Ernst. Camillo ist seit kurzem Golfprofi und viel intensiver im Training als ich. Deswegen spielt er momentan auf jeden Fall besser.
Camillo Sprinz: Heute waren wir aber beide gleichauf. Am Ende war ich einen Schlag besser – das ist quasi nichts. Und beim Skifahren lag Carlo vorn. Das ist immer eine enge Kiste.

Familiäres Wetteifern ...
Camillo Sprinz:
Ja, da herrscht schon eine gewisse Rivalität, aber alles auf lockerer Ebene. Es macht Spaß, sich mit seinem großen Bruder zu messen. Dass ich heute gewonnen habe, darf sich Carlo aber auf jeden Fall bis zum nächsten Jahr anhören!

Was sind Ihre Ziele für 2015? Reizt nicht der internationale Ski-Golf-Wettbewerb mit Stars wie Bode Miller und Felix Neureuther?

Carlo Sprinz: Auf jeden Fall. Wir wollen zur Ski-Golf-Weltmeisterschaft und dort um den Titel kämpfen. Momentan sind wir auf der Suche nach Sponsoren, um zusammen mit Sebastian Rieger ein Team bilden zu können.

 
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